Was ist der Unterschied zwischen einer Bentobox und einer Brotdose?

Bevor wir die Frage beantworten, sollten wir zunächst einmal wissen, wo das unbekannte Wort „Bento“ überhaupt herkommt.

Was bedeutet Bento?

Wie man am Klang vielleicht schon erahnt, ist das Wort „Bento“ ein asiatischer, genauer gesagt japanischer Begriff. Dieser bezeichnet ursprünglich nicht etwa eine bestimmte Brotdose, sondern eine Art und Weise, wie man seine Speisen vor dem Verzehr aufbereitet – also eine Darreichungsform von Speisen. Das erscheint uns komisch, da wir im Deutschen keine Begriffe für Darreichungsformen von Lebensmitteln kennen. Wir würden sagen „Ich vermische mein Essen nicht, sondern lasse die einzelnen Bestandteile voneinander getrennt.“ Im Japanischen bezeichnet man genau dies als Bento. Das Wort Bento bennent zusätzlich den Aufbewahrungsbehälter selber, also die Box für das Essen. Als der Bento-Trend zu uns nach Deutschland überschwappte, verbreitete sich jedoch der Begriff Bentobox und ist nun in vielen Köpfen fest verankert.

Doch was ist denn nun der Unterschied zwischen einer Bentobox und einer herkömmlichen Brotdose?

Wenn wir an 99% der Brotdosen denken, die wir in Läden und im Internet kaufen können (sei es die klassische Tupperware oder eine plastikfreie Alternative), dann denken wir an eine Dose mit Boden, vier Wänden und einem Deckel zum Verschließen, welcher meist nicht direkt an der Dose befestigt ist. Für unser Pausenbrot ist eine solche Dose perfekt geeignet. Doch in Japan bekommen die Kinder schon im Kindergartenalter einen wesentlich ausgewogeneren Pausensnack von ihren Eltern als die meisten Kinder bei uns in Deutschland. Die Japaner müssten ihren Kleinen schon mehrere Brotdosen verschiedener Größen mitgeben, um die Vielfalt an Essen transportieren zu können, ohne dass sich der Fisch mit den Gurken, dem Ei und dem Reis vermischt. Schon vor mittlerweile über eintausend Jahren kam daher ein cleverer Japaner auf die Idee, die Dosen, welche damals vorwiegend aus Holz und Bambus gefertigt wurden, mit festen Trennwänden auszustatten. Von nun an konnte man in einer Dose mehrere Speisen transportieren. Damals war es sogar noch üblich, die Dosen nach dem Verzehr einfach wegzuwerfen. Im Laufe der Geschichte wurden dann hochwertige Brotdosen aus Metall, Holz oder Plastik gefertigt, die im Vergleich zu der Ur-Bentobox nachhaltig wiederverwendet werden können.

Übrigens wird in Japan zum Frühstück, damals wie heute, nicht wie bei uns üblich als Hauptkomponente Brot, sondern Reis für den Pausensnack eingepackt. Wahrscheinlich würden viele westlich geprägte Personen ein klassisches japanisches Bento (bestehend aus Reis oder asiatischen Nudeln, Fleisch oder Fisch und in Essig eingelegtem und gekochtem Gemüse) nicht unbedingt zum Frühstück essen wollen. Dennoch können und sollten wir uns das Bento-Prinzip aus der asiatischen Welt abschauen und ins Deutsche übersetzen, wenn wir gesund und ausgewogen leben wollen. Was ich mit „ins Deutsche übersetzen“ meine? Statt Reis, Fisch und Essig-Gemüse könnte man zum Beispiel ein belegtes Vollkornbrot mit Obst, Gemüse und Joghurt kombinieren und in einer Bentobox getrennt transportieren.

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