Nachhaltig fliegen

Nachhaltig fliegen – geht das überhaupt? Du planst einen Urlaub und hast ein schlechtes Gewissen, weil du einen Flug buchen musst? Das Gefühl kennen wir! Deswegen wollen wir dir zeigen, ob und wenn ja, wie du nachhaltig fliegen kannst.

Teile mit deinen Freunden, wie ihr möglichst nachhaltig fliegen könnt.

Kann man nachhaltig fliegen?

Aktuell ist es nicht möglich nachhaltig zu fliegen. Das Flugzeug ist das  klimaschädlichste Verkehrsmittel. Durch die steigende Nachfrage und den politischen Druck nachhaltiger Touristen planen Flugzeughersteller bereits heute an einem Flugzeug mit Wasserstoffantrieb. Bis diese Flugzeuge allerdings Serienreif sind, gibt es leider keine Möglichkeit nachhaltig zu fliegen.

Aber was ist, wenn ich nach Australien, Asien, Amerika oder Afrika möchte? Muss ich dort hinlaufen? Natürlich nicht! Wenn du nachhaltig lebst, musst du nicht zwangsläufig auf das Fliegen verzichten. Du solltest dir nur ein paar Dinge zu Herzen nehmen.

Wie schädlich sind Flüge für die Umwelt?

Insgesamt schätzt man, dass circa 5 % der globalen Erwärmung dem Flugverkehr zuzuschreiben sind. Fünf klingt zunächst nicht so viel. Sind es aber, wenn man bedenkt, dass eine Studie zu dem Ergebnis kam, dass 2018 nur etwa 11 % der Weltbevölkerung überhaupt im Flugzeug saß.

Der Anteil der Emissionen von Business- und First-Class Passagieren ist höher als die der Economy-Class. Zusammen mit Vielfliegern gehen Schätzungen davon aus, dass etwa die Hälfte des Klimaeffektes von maximal 1 % Weltbevölkerung verursacht wird.

Sollte man der Umwelt zuliebe auf das Fliegen verzichten?

Jein. Reisen ist enorm wichtig. Für ein friedliches Miteinander sind wir darauf angewiesen andere Kulturen kennenzulernen und sich mit fremden Menschen zu vernetzen. Und manche Orte kann man nur mit dem Flugzeug erreichen.

Doch eins steht fest: Du solltest auf vermeidbare Kurzstreckenflüge und auf Vielfliegerei verzichten. Und auch wenn du es dir leisten kannst und der Komfort verlockend ist, First- und Business-Class sind keine gute Wahl fürs Klima.

Bevor du dir einen Flug buchst, solltest du dir also genau überlegen, ob es keine Alternativen gibt. Wenn es die nicht gibt oder sie nicht infrage kommen, dann achte darauf, möglichst klimaneutral zu fliegen

Fliegen, Auto fahren oder den Zug nehmen?

Wir deutschen reisen gerne viel und lang. Im Jahr 2019 haben wir fast 71 Millionen Urlaubsreisen unternommen.

43 % der Reisenden sind mit dem Auto in den Urlaub gefahren, 42 % sind geflogen und nur 6 % haben ihr Ziel mit Bus oder Bahn erreicht.

Reisemittel der Deutschne im Jahr 2019
Im Jahr 2019 fuhren 43 % der Deutschen mit dem Auto in den Urlaub, 42 % nahmen das Flugzeug und nur 6 % fuhren mit dem Zug.

Da die meisten Flüge Kurzstreckenflüge sind, hätten sich vermutlich einige vermeiden lassen. Es gibt eine Faustregel, die du dir aneignen solltest. Reist du unter 1.000 km, dann nimm den Zug oder Fernbus. Reist du über 1.000 km, dann kommt das Flugzeug schon eher infrage.

unter/über 1000 Kilometer Regel gegen viel-fliegerei
Wenn du unter 1000 km reist, dann nimm den Zug oder den Fernbus. Wenn du über 1000 km reist, dann nimm das Flugzeug.

Was ist besser für die Umwelt Fliegen oder Autofahren?

Du kannst es dir vermutlich schon fast denken:

“Laut der Umweltorganisation Germanwatch ist ein Flug nach Teneriffa genauso klimaschädlich wie ein Jahr Autofahren.”

Katja Scherer, Wissenschaftsjournalistin

In Zahlen bedeutet das: Ein Flug der Entfernung von etwa 16.000 km ist in etwa so klimaschädlich wie eine Reise mit einem Mittelklassewagen von mehr als 25.000 Kilometer. Somit wäre eine Reise mit dem Auto besser, als eine Reise mit dem Flieger. Optimal ist es jedoch auch nicht. Damit ist Autofahren in etwa 2/3 harmloser als fliegen. Den großen Unterschied macht hier, wie bei allen anderen Verkehrsmitteln die Anzahl der Reisenden.

Wenn du mit deinen Freunden zusammen in den Urlaub fahren möchtest und ihr in verschiedenen Städten wohnt, ist es klimafreundlicher, alle einzusammeln, als dass jeder mit seinem eigenen Auto fährt.

Was ist schädlicher Bahn oder Flugzeug?

Die Euopean Enviroment Agency hat einen 112 Seiten langen Bericht veröffentlicht, in dem die Vor- und Nachteile aller Verkehrsmittel analysiert werden.

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass Bahnfahrten in Bezug auf das Klima die beste und vernünftigste Fortbewegungsmethode ist.  Die auf Grundlage der Passagierkilometer ermittelten Emissionen des Luftverkehrs sind deutlich höher.

Wie kann ich Klimaneutral fliegen?

Wie kann ich denn nun möglichst Klimaneutral fliegen, wenn sich der Flug nicht vermeiden lässt? Dafür möchten wir dir einige Tipps an die Hand geben.

I. Fliege nur Economy-Class

Auch wenn du es dir leisten kannst, solltest du auf Flüge in der First- und Business-Class verzichten. Schau dir dazu am besten die untere Grafik an.

CO2-Ausstoß im Vergleich
Ein Deutscher ist im Durchschnitt für 9,6 Tonnen CO2 im Jahr verantwortlich. Zum Vergleich: Ein Flug nach Thailand und zurück verbraucht 3,3 Tonnen CO2. In der Business-Class sind es schon 6,3 Tonnen und in der First-Class 9,8 Tonnen.

Pro Person liegt der CO2-Verbrauch bei einem Hin- und Rückflug von Deutschland nach Thailand in der Economy Class bei 3,3 Tonnen (in der Business Class sind es auf Grund der nicht so dicht beieinander stehenden Sitze 6,3  und in der First Class sogar 9,8 Tonnen). Zum Vergleich: laut Umweltbundesamt liegt der CO2-Ausstoß in Deutschland bei 9,6 Tonnen pro Kopf.

Damit macht es einen großen Unterschied, wenn du Economy-Class fliegst.

II. Kompensiere deine Flüge

Bei atmosfair kannst du deine Flüge kompensieren. Flüge kompensieren ist kein Freifahrtschein dafür, dass du so viel fliegen kannst wie du möchtest, ohne der Umwelt zu schaden. Allerdings ist es eine super Sache, wie man klimatechnisch etwas Gutes tun kann.

Auch bei myclimate kannst du deine Flüge kompensieren. Myclimate unterstützt mit deinem Beitrag Projekte rund um Klimaschutz, erneuerbare Energien, Umweltbildung und Armutsbekämpfung.

Bei MoorFutures hast du ebenfalls die Möglichkeit deine persönliche CO2 Kompensation auszurechnen und erwirbst im Anschluss regionale Klimaschutzzertifikate. Mit deinem Geld unterstützt du die Renaturierung deutscher Moorgebiete, die übrigens riesige Kohlenstoffspeicher sind.

III. Nimm nur das nötigste Gepäck mit.

Weniger ist häufig mehr. Auch in Bezug auf dein Reisegepäck. Der Vorteil an weniger Gepäck ist nicht nur, dass du weniger schleppen musst und das Umsteigen zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln angenehmer wird. Weniger Gewicht spart Kraftstoff und somit CO2, egal ob du fliegst oder mit dem Auto fährst.

Und sein wir mal ehrlich, eigentlich haben wir immer zu viel Kleidung mit. Am besten schreibst du dir vorher eine Packliste mit den nötigsten Sachen. Das verhindert die impulsive Mitnahme von Dingen, die du eigentlich nicht brauchst.

V. Die Fluggesellschaft macht den Unterschied

Auch wenn die Flugzeugtypen dieselben sind, kann die Umweltbelastung trotz selber Reisedistanz unterschiedlich ausfallen. Informiere dich im Voraus über die möglichen Fluggesellschaften. Die Fluggesellschaften sind es nämlich, die entscheiden, wie viel Beinfreiheit und damit wie viele Plätze ein Flieger bekommen soll. Mehr Beinfreiheit bedeutet hier leider weniger Sitze und einen größeren Umwelteinfluss pro Passagier.

Eine andere Rolle spielt natürlich auch der Flieger selbst. Also die Maschine, mit der du fliegst. Bevor du einen Flug buchst, kannst du über einen CO2-Rechner die Flugzeugtypen miteinander vergleichen.

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